Verantwortungsvolle Walbeobachtung auf Teneriffa

Walbeobachtung kann den Schutz dieser Tiere finanzieren oder sie leise zermürben. Der Unterschied liegt nicht im Ticketpreis, sondern darin, wie sich das Boot verhält, wenn es ankommt.

Von Elisa Arcangeli · Whale Watch TenerifeAktualisiert am 2026-08-07

Die Regeln, die hier gelten

Die Beobachtung von Walen und Delfinen ist auf den Kanaren geregelt. Boote brauchen eine Genehmigung, und es gibt Vorgaben zu Annäherungsabständen, zur Zahl der Boote, die gleichzeitig bei einer Gruppe sein dürfen, zu Manövern und zur Verweildauer. Frontale Annäherung, das Kreuzen des Kurses einer Gruppe, das Trennen von Mutter und Kalb sowie das Betreten des Wassers sind untersagt.

Eine Regel auf dem Papier ist nicht dasselbe wie das Verhalten auf See, und die Kontrolle ist lückenhaft. Deshalb lautet die praktische Frage nicht "Ist das legal?", sondern "Was macht dieses Boot tatsächlich?".

Wie eine gute Annäherung aussieht

  • Deutlich vor den Tieren verlangsamen, nicht erst über ihnen.
  • Seitlich und leicht von hinten annähern, niemals frontal.
  • Motor abstellen und treiben lassen; den Abstand bestimmen die Tiere.
  • Abdrehen, sobald die Gruppe ihr Verhalten ändert: enger zusammenrückt, wiederholt abtaucht oder sich entfernt.
  • Nie etwas verfolgen, auch nicht für ein Foto.
  • Keine Musik an Deck. Schall dringt ins Wasser.
Crew eines Walbeobachtungsbootes birgt eine verletzte Karettschildkröte vor Teneriffa
Eine verletzte Unechte Karettschildkröte, aus dem Wasser geborgen und der Wildtierauffangstation übergeben.

Mehr als nur nicht schaden

Die besseren Anbieter dieser Küste tun mehr, als sich gut zu benehmen. Boote, die täglich hinausfahren, sind faktisch ein Beobachtungsnetz: Sie erfassen Sichtungen, fotografieren Rückenfinnen zur Identifizierung einzelner Tiere, melden verhedderte oder verletzte Tiere und holen treibendes Plastik aus dem Wasser. Diese Daten fließen in die Forschung, die den Schutzstatus dieses Meeresabschnitts begründet.

  • Blaue FlaggeGeregelte kanarische Zertifizierung für Sicherheit, Umweltmanagement und Verhalten gegenüber Walen. Lassen Sie sie sich zeigen.
  • WCA Approved PartnerUnabhängige Prüfung durch die World Cetacean Alliance nach einem Standard für verantwortungsvolle Walbeobachtung.
  • GruppengrößeEin Zehn-Personen-Boot kann leise auf Position bleiben und schnell abdrehen. Ein Zweihundert-Personen-Schiff nicht.
  • Biologin an BordJemand, der Verhalten lesen und dem Skipper sagen kann, wann Schluss ist.
  • Kein SchwimmangebotWer Schwimmen mit wilden Delfinen bewirbt, sagt Ihnen damit, was er von den Regeln hält.
  • Keine ArtversprechenNiemand kann einen Orca garantieren. Wer es tut, rät auf Ihre Kosten.

Häufige Fragen

Schadet Walbeobachtung den Tieren?

Schlecht gemacht ja. Wiederholte Annäherungen stören Ruhe und Nahrungsaufnahme, Motorenlärm überdeckt die Laute, mit denen sich die Tiere verständigen, und Kollisionen verletzen und töten. Gut gemacht ist die Wirkung gering, und der Tausch — Mittel für Forschung und ein Publikum, dem etwas an den Tieren liegt — lohnt sich.

Was ist die Zertifizierung Blaue Flagge?

Eine kanarische Auszeichnung für Boote, die Anforderungen an Sicherheit, Umweltmanagement und Verhalten gegenüber Walen erfüllen. Sie ist geregelt und wird an Bord ausgehängt — eine der wenigen überprüfbaren Angaben.

Was ist die WCA?

Die World Cetacean Alliance, ein internationaler Zusammenschluss von NGOs, Anbietern und Forschenden. Der Status als Approved Partner setzt eine Prüfung nach einem Standard für verantwortungsvolle Walbeobachtung voraus.

Darf ich zu ihnen ins Wasser?

Nein. Schwimmen mit wildlebenden Walen und Delfinen ist in kanarischen Gewässern nicht erlaubt, und das aus guten Gründen.

2 Std. · max. 1060 € pro Person

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